Vogelbeobachtungen

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  • Kloster Oesede, OS – 09.10.09

    An der Düte, zwischen Mühlenweg und Am Piepenbrink zeigt sich heute Vormittag keine Wasseramsel, was ich aber auch nicht wirklich erwartete. Denn wenngleich die Wasseramseln bei uns Standvögel* sind, verlassen sie nach der Brutsaison ihr Revier, wobei sie dem Gewässerlauf bis zu mehr als 2km folgen können. – Bei herrlichem Sonnenschein weht entlang des Flusslaufes, nach dem recht ergiebigen Regen der vergangenen Tage, fast so etwas wie ein Hauch von Frühling. Viele singende (!) Rotkehlchen (>10), eifrig pfeifende Kleiber, zerrrrende Schwanzmeisen (>15), unstet durch die Baumkronen wuselnd, und missbilligend zeckende Zaunkönige. Auch Blau-, Kohl- u. Sumpfmeisen melden sich zu Wort, nicht zu vergessen lauthals tixende Amseln. Alles in allem eine ausgesprochen lebendige Natur. – Sonne, 10°, 10.30 Uhr -.
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    * Vögel werden nach ihrem Zugverhalten folgenden Kategorien zugeordnet:
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    > Stand- bzw. Jahresvögel sind Vögel, die sich mehr oder weniger ganzjährig in einem bestimmten Naturraum aufhalten und kein saisonales Zugverhalten entwickeln. Lediglich extreme Witterungsbedingungen, wie vereiste Bäche, können sie zu größeren Ausweichmanövern veranlassen.
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    >Strichvögel sind Vögel, die insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder mangelndem Nahrungsangebot, ihr Aufenthaltsgebiet verlassen und in andere Bereiche des Naturraums wechseln.
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    > Zugvögel sind Vögel, die regelmäßig saisonal ziehen, meist den Winter in wärmeren, südlichen Gebieten der Erde verbringen, zur Fortpflanzung aber wieder in ihre angestammten Brutgebiete zurückkehren. Man schätzt die Zahl der in Afrika überwinternden Zugvögel auf um die 5 Milliarden. Die wahrscheinlich weiteste Strecke legt wohl die Küstenseeschwalbe zurück, die es von der Arktis zur Antarktis und zurück pro Jahr auf ca. 40.000 km bringt.
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    > Teilzieher werden die Arten genannt, von denen nur ein Teil in den Süden zieht, während die übrigen hier bleiben oder nur geringfügig das Gebiet wechseln. Sie sind häufig auch Kurzstreckenzieher.
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    > Kurzstreckenzieher sind Arten, deren Winterquartiere kaum weiter als 2000 Kilometer von ihrem Brutgebiet entfernt sind. So überwintern mitteleuropäische Kurzstreckenzieher meist im Mittelmeerraum, während die nordeuropäischen in Mitteleuropa überwintern. So sind z. B. Amseln und Rotkehlchen, die wir im Winter beobachten, nicht hiesige Brutvögel sondern nordische Wintergäste.
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    > Langstreckenzieher sind Zugvögel, deren Brutgebiete viele 1000 km von ihren Überwinterungsgebieten entfernt sind und südlich der Sahara, bis hin in die gemäßigten Zonen Südafrikas liegen.
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    Mischstrategien: Abgesehen davon, dass Vögel je nach ihrem geographischen Verbreitungsgebiet Kurz- oder Langstreckenzieher sind (wegen der unterschiedlichen Entfernung zu ihren Überwinterungsgebieten), werden von einigen Arten aber auch mehrere Zugstrategien entwickelt. So kann z. B. der Zilpzalp oder die Mönchsgrasmücke entweder Langstreckenzieher, Kurzstreckenzieher oder sogar Standvogel sein. Dazu trägt sicher der Klimawandel bei, der uns kaum noch strenge Winter beschert, so dass kluge Vögel auf ausgedehnte Wanderungen gen Süden verzichten können.

    13.10.2009, 19:44 | Kategorie: Beobachtungen,OS, Kloster Oesede | Schlagworte: |

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